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Mein persönlicher Wien Tipp: Wenn man im Stephansdom ist, unbedingt die Katakomben anschauen. Dort gibt es tolle Führungen. Im Stephansdom könnt ihr auch auf den Turm hinauf, aber Achtung: Nehmt unbedingt den Turm mit dem Fahrstuhl, bei den anderen müsst ihr Treppen laufen. Dort oben erwartet euch ein atemberaubender Ausblick über das Zentrum Wiens!

 

Zu Besuch in der Stadt der Toten – Die Katakomben unter dem Wiener Stephansdom

Es ist heiliger Boden den man betritt, sobald man sich dem Stephansdom in Wien nähert. Schon im 4. Jahrhundert nach Christus wählten die Menschen diesen besonderen Flecken Erde, um Gott im Leben wie im Tode nahe zu sein.

Zugegeben, was mit einem kleinen Turm begann, ist heute zu einem beeindruckenden Dom herangewachsen. 1137 wurde der Bau des Stephansdoms, der offiziell Domkirche St. Stephan zu Wien heißt, beschlossen. Das Besondere ist, dass er nicht wie andere christliche Bauten nach Osten ausgerichtet ist. Der Stephansdom wurde in Richtung der aufgehenden Sonne am 26. Dezember erbaut. Dieser Tag ist dem Heiligen Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer und Namensvater des Doms,  geweiht.

Der Stephansdom, von den Wienern auch „Steffl“ genannt, ist wochentags von 6 Uhr bis 22 Uhr und sonntags ab 7 Uhr geöffnet. Neben den 7 – 10 täglichen Gottesdiensten gibt es auf den Touren im Dom viel zu entdecken, z.B. hängt hier die drittgrößte Glocke Europas, die Pummerin.

Und wer sich traut, wagt sich auf der Katakomben-Tour in die Tiefen des Erdreichs hinab in die Stadt der Toten.

Unscheinbar kommt der Eingang zu den Katakomben daher. Eine kurze Treppe im linken Teil des Doms führt hinab ins Erdreich. Der vordere Bereich der Katakomben erscheint modern, ist jedoch der älteste Teil. Hier gibt es helle Fliesen, Neonlicht, viel Platz und… Kupfergefäße. Die Kupfergefäße entstammen einem Brauch des Habsburger Protokolls: Angehörige der Habsburger durften damals nicht einfach beerdigt werden. Ihre Organe, von denen das Herz als Sitz der Seele als das Edelste galt, wurden den Toten genommen, in Alkohol gelegt und in Kupfergefäßen eingeschlossen.

So ordentlich alles anmuten mag, der Schein trügt. Was heute hinter Gitterfenstern sorgsam und ordentlich gestapelt liegt, war einst ein bis unter die Decke ungeordnetes Chaos von den übereinander liegenden Leibern und Gebeinen der Verstorbenen. Im Wien des 19. Jahrhunderts fiel es Strafgefangenen zu, die Katakomben „aufzuräumen“. Ihr Ergebnis kann man auf Führungen durch die Katakomben, die täglich angeboten werden und etwa eine halbe Stunde dauern, bestaunen.

Denn hinter den hellen Räumen wartet der dunkle, jüngere Bereich auf seine Besucher. Er stammt aus der Zeit, als die Pest in Wien wütete. Der alte Teil der Katakomben reichte nicht, um die Massen an Pesttoten aufzunehmen. War eine Kammer gefüllt, wurde sie zugemauert und eine neue ausgehoben. Auf Grund des Verwesungsgestankes, der aus den Katakomben durch die Steinritzen kroch, war der Stephansdom in Wien zu dieser Zeit nicht mehr zu betreten. Die niedrigen Gänge und die verbrauchte, modrige Luft lassen einen diese Zeiten nur noch erahnen.

Die Katakomben im Stephansdom in Wien sind auf jeden Fall einen Besuch wert! Und wer sich nach einem Besuch in der Stadt der Toten nach Licht und frischer Luft sehnt, kann bei der Südturm-Tour einen sagenhaften Blick auf die Dächer Wiens genießen.

Mehr Infos zu den unterschiedlichen Führungen im Steffl findet Ihr hier: http://www.stephanskirche.at/visit.php.